Die Forschungspolitik der Universität Trient stützt sich auf einigen Grundsätzen, insbesondere auf eine Rekrutierungspolitk von jungen, begeisterten, hochqualifizierten und dynamischen NachwuchsforscherInnen, welche auch von der Universität Trient aktiv unterstützt werden, aktuelle und innovative Forschungsthemen neu zu entwickeln.

Die Universität Trient unterstützt den Ausbau von Netzwerken und die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Sie stellt zum Beispiel Mittel und Ressourcen zur Organisation von Tagungen, Konferenzen und anderen wissenschaftlichen Treffen zur Verfügung, welche für die Stärkung der nationalen und internationalen Forschungskooperation sowie die Förderung der Teilnahme an europäischen und internationalen Förderprogrammen unerlässlich sind.

Unterstützt durch die organisierte und ständig auf dem neusten Stand informierte Abteilung für Forschungsverwaltung und Technologietransfer werden die Forscher in allen Phasen des komplexen Prozesses des Zugangs zu Finanzmitteln begleitet: von der Konzeption und Präsentation des Projektvorschlags über die Unterzeichnung des Vertrages bis hin zur administrativen Verwaltung der Finanzierungsmittel.

Nach einem wettbewerbsintensiven Evaluationsverfahren wurden der Universität Trient 26 ERC-Projekte (17 im 7. Forschungsrahmenprogramm und neun im "Horizon 2020", wovon zwei gerade das 'Grant Agreement' vorbereiten) vom Europäischen Forschungsrat (ERC) zugeteilt. Das einzige Evaluierungskriterium ist die wissenschaftliche Exzellenz des Projekts und der Lebenslauf der antragstellenden ForscherInnen.

Der wissenschaftliche Erfolg der Universität Trient spiegelt sich auch im Bericht der ANVUR - Nationale Agentur für die Bewertung des Universitätssystems und der Forschung wider. Der Bericht stellt Trient auf den ersten Platz unter den staatlichen Universitäten (für den Zeitraum 2011-2014). Im internationalen Ranking der Times Higher Education für 2016-2017 belegt die Universität Trient einen Platz in der Kategorie der 201-250 besten Universitäten der Welt.

HORIZON 2020

ERC Starting Grants

Fünf Foschungsprojekte: zwei im Bereich der Soziologie- und Geisteswissenschaften, eins im Bereich der Lebenswissenschaften und zwei im Bereich der Physik und des Ingenieurwesens

BigEarth - Accurate and Scalable Processing of Big Data in Earth Observation (1.491.479 €- 60 Monate)
Begüm Demir

Fakultät für Informations- und Kommunikationstechnologien

VARIAMOLS - VAriable ResolutIon Algorithms for macroMOLecular Simulation (1.339.351 €- 60 Monate)
Raffaello Potestio
Fakultät für Physik
Im weiten Spektrum biologischer Systeme nehmen große Proteine und Multiprotein-Baugruppen einen zentralen Platz ein. Eines der Hauptprobleme bei der computergestützten Untersuchung dieser Makromoleküle sind die extrem hohen Kosten für die Verwendung sehr genauer atomistischer Modelle. Bei vereinfachten Darstellungen fehlt dagegen das chemische Detail, das oft grundlegend ist. Das Hauptziel des VARIAMOLS-Projekts ist die Entwicklung und Anwendung neuer rechnergestützter Methoden zur Untersuchung großer Proteine oder Proteinsätze und ihrer Dynamik, um so ein optimales Gleichgewicht zwischen den Kosten der Simulation und ihrer Genauigkeit, zu finden. Das VARIAMOLS-Projekt basiert auf zwei komplementären und eng miteinander verbundenen Aspekten: der Entwicklung theoretischer und algorithmischer Methoden zur Darstellung und Simulation von Biomolekülen und der Anwendung dieser Methoden auf die Untersuchung von Viren und Antikörpern.
MetaPG - Culture-free strain-level population genomics to identify disappearing human-associated microbes in the westernized world (1.499.482 € - 60 Monate)
Nicola Segata
Zentrum für integrierte Biologie (CIBIO)
Die Möglichkeit, Darmbakterien mit vergleichenden genomischen Ansätzen in großem Maßstab zu untersuchen, würde es ermöglichen, entscheidende Erkenntnisse über die Epidemiologie, genetische Variation und Populationsstruktur von Hunderten von Mikroorganismen zu gewinnen, die derzeit schlecht charakterisiert sind. MetaPG wird die Bereiche Metagenomik und Populationsgenomik kombinieren, indem es neue Methoden entwickelt, um genetische Profile mit der für die Anwendung der vergleichenden Genomik erforderlichen Auflösung zu extrahieren. Unter den verschiedenen Forschungslinien, die wir ermöglichen werden, werden wir uns dann auf die Identifizierung jener intestinalen mikrobiellen Stämme konzentrieren, die derzeit in den westlichen Bevölkerungen infolge der Prozesse der Verstädterung, der Industrialisierung und des Übergangs zu Diäten mit hohem Fettgehalt verschwinden. MetaPG legt die Grundlagen für die mikrobielle Genomik von Populationen, die nicht auf Kultivierung und großflächiger Anwendung basieren, und wird einen Katalog von Stämmen liefern, die in westlichen Populationen vom Aussterben bedroht sind.
HOMing -The Home-Migration Nexus: Home as a Window on Migrant Belonging, Integration and Circulation  (1.499.678 € - 60 Monate)
Paolo Boccagni
Fakultät für Soziologie und Sozialforschung 
Das Haus, im physischen und erfahrungsmäßigen Sinne, ist das Herzstück des Alltags. Doch nur um es von außen und von weit her zu erkennen, wie aus der Perspektive internationaler Migranten, kann man seine prozeduralen und relationalen Grundlagen voll erfassen. Das Haus und das Eigenheim sind somit eine privilegierte Beobachtungsstelle für den sozialen Wandel im Zusammenhang mit Mobilität und ethnisch-kultureller Diversifizierung. Im Rahmen eines multi-methodischen Forschungsprojektes zu "ökonomischen" und "erzwungenen" Migranten aus unterschiedlichen Familien-, National- und Migrationsperspektiven untersucht HOMing die Visionen und Praktiken von Heimat unter Migranten sowie die sozialen, identitätsbezogenen und relationalen Implikationen ihrer "Heimatsuche". Die Ziele des Projekts sind vier Aufträge: Analyse der Trends und Determinanten des Heims von Migranten; Vertiefung der theoretischen Verbindung zwischen Heim, Mobilität und Zirkulation des Lichtes in der Art und Weise, wie sich die physischen, relationalen und emotionalen Grundlagen des Heims im Laufe der Zeit reproduzieren; die Erforschung des Gefühls der Zugehörigkeit im Raum, zwischen "mobilen" und "sesshaften" Bevölkerungsgruppen auf vergleichende Weise zu erneuern; die Bedingungen zu evaluieren, unter denen die unterschiedlichsten öffentlichen und privaten Kontexte eine Quelle für ein Heimgefühl sein können, das von Sicherheit, Vertrautheit und Kontrolle des Raums geprägt ist.
CRASK - Cortical Representation of Abstract Semantic Knowledge (1.472.502 € - 60 Monate)
Scott Laurence Fairhall 

Interdisziplinäres Zentrum für Gehirn und Neurowissenschaften (CIMeC)

Bisher wurde die konzeptionelle Repräsentation im Hinblick auf einfache Begriffe untersucht. Zum Beispiel: Apfel rote/grüne Frucht, rund, essbar. Die Herausforderung für CRASK wird darin bestehen, diesen Ansatz zu überwinden, um ein Verständnis für die Funktionsweise unseres komplexen enzyklopädischen Wissens zu erlangen (Wilhelm Tell, schweizer Rebell, der einst einen Apfel mit einem Pfeil auf den Kopf seines Sohnes schoss). CRASK wird folgende Methoden anwenden: MEG, fMRI und Verhaltensmanipulation. Ausgehend von der Entwicklung eines systematischen, kortikalen Modells, basierend auf der Bildung einfacher Konzepte, untersucht CRASK, wie das Gehirn kombinatorisches Wissen über die umgebende Realität erzeugt.

ERC Consolidator Grants

Projekt im Bereich der Lebenswissenschaften

SPICE- Synthetic Lethal Phenotype Identification through Cancer Evolution Analysis (1.996.428 € - 60 Monate)
Francesca Demichelis 
Zentrum für integrierte Biologie (CIBIO)
Ziel des Forschungsprojektes SPICE ist die Entwicklung einer innovativen Methodik zur Identifizierung prädiktiver genomischer Marker für tödliche Krebsarten und Co-Targeting-Lösungen auf Basis des Prinzips der synthetischen Letalität, d. h. Kombinationen von Ereignissen, die für eine Zelle tödlich sind, wenn und nur wenn sie gleichzeitig auftreten. Die Originalität des Projekts liegt in der Fähigkeit, den Zustand des Klonens genomischer Läsionen zu quantifizieren, um die Entwicklung von Tumorzellen zu verfolgen, die eine agnostische Erforschung von noch nicht erforschten Kombinationen ermöglicht. Die Methodik nutzt individuelle Basisinformationen und den genetischen Code jedes Patienten durch Sequenzierung und kombiniert rechnerische und mathematische Ansätze, um hochgradig veränderte Tumorgenome zu untersuchen, die typisch für fortgeschrittene Tumore sind bzw. eine pharmakologische Behandlung erhalten haben. Die vielversprechendsten Kombinationen werden experimentell validiert. Die positiven Ergebnisse von SPICE werden zu pharmakologischen Behandlungslösungen führen, um Krebszellen selektiv zu zerstören, basierend auf den Eigenschaften des Patienten.

ERC Proof of Concept Grants

Forschungsprojekt im Bereich der Physik und des Ingenieurwesens

SILKENE - Bionic silk with graphene or other nanomaterials spun by silkworms (149.944 € - 18 Monate)
Nicola Pugno
Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwesen sowie Maschinenbau
Schaffung von bionischen Seiden und von damit verbundenen makroskopischen Geweben mit verbesserten Eigenschaften, die direkt aus Seidenraupen gesponnen werden, in deren Nahrung Nanomaterialien wie Graphen eingesetzt wurden.

VII EU-Forschungsrahmenprogramm

ERC Starting Grants

Acht Forschungsprojekte:  zwei Im Bereich der Physik und des Ingenieurwesens und sechs im Bereich der Soziologie und der Geisteswissenschaften

BIHSNAM - Bio-inspired Hierarchical Super Nanomaterials (810.996 € – 60 Monate)
Nicola Pugno 
Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwesen sowie Maschinenbau
Das Projekt stützt sich auf dem Grundsatz sich von der Natur inspirieren zu lassen, um mit Hilfe von Nanotechnologien und Nanomaterialien wie Graphen hoch-hierarchische Materialien mit noch unerreichbaren mechanischen Eigenschaften wie Widerstandsfähigkeit, Zähigkeit, Haftfähigkeit, Selbstreinigung und Selbstreparatur zu schaffen. Im Rahmen dieses Projekts wurde bereits der widerstandsfähigste natürliche Werkstoff entdeckt, welcher bis heute bekannt ist (die Klappenzähne), und  die härteste Faser der Welt hergestellt (inspiriert von den Gelenken des Spinnennetzes).
CoPeST - Construction of perceptual space-time (1.002.102 € – 60 Monate)
David Paul Melcher 

Interdisziplinäres Zentrum für Gehirn und Neurowissenschaften (CIMeC)

Unsere subjektive Wahrnehmung der umliegenden Umgebung wird durch Objekte und Ereignisse beeinflusst, die sich auf einen bestimmten Moment ("jetzt") und einen bestimmten dreidimensionalen Raum ("hier") beziehen. Der Prozess, mit dem das Gehirn die Wahrnehmung von Raum und Zeit aufbaut, ist noch unbekannt, da die einzelnen Neuronen unseres Gehirns auf spezifische lokale Details innerhalb räumlicher Koordinatensysteme und mit unterschiedlichen Zeitintervallen reagieren. Durch die Kombination von Verhaltens-, Neuroimaging- und Computational-Ansätzen untersucht das Projekt die Mechanismen, die unseren subjektiven Raum- und Zeitwahrnehmungen zugrunde liegen, um herauszufinden, wie einfühlsame und egozentrische, sensorische Reaktionen die multisensorische Wahrnehmung einer einheitlichen Raumzeit hervorrufen.
Win2Con - Brain-State Dependent Perception: Finding the Windows to Consciousness (963.101 € – 60 Monate)
Nathan Weisz 

Interdisziplinäres Zentrum für Gehirn und Neurowissenschaften (CIMeC)

Das Projekt wurde am 30.9.2015 an eine andere Institution übertragen.
COMPOSES - Compositional Operations in Semantic Space (1.117.636 € – 60 Monate)
Marco Baroni 

Interdisziplinäres Zentrum für Gehirn und Neurowissenschaften (CIMeC)

Das Projekt erforscht das Thema der Bedeutungsinduktion und Komposition aus einer neuen Perspektive, welche die auf großer Textebene basierende Verteilungssemantik (mit erheblichen Ergebnissen, was die Bedeutungsinduktion einzelner Wörter angelangt, aber funktionale Elemente und Kompositionalität vernachlässigt) mit der formalen Semantik verknüpft (welche funktionalen Elemente und Komposition bevorzugt werden, die aber die lexikalischen Elemente der Bedeutung nicht berücksichtigt und keine Methoden zum Erlernen der vorgeschlagenen Strukturen, von den Daten ausgehend, ignoriert).
STiMulUS - Space-Time Methods for Multi-Fluid Problems on Unstructured Meshes (918.000 € – 60 Monate)
Michael Dumbser 
Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwesen sowie Maschinenbau
Das Projekt entwickelt neue Algorithmen zur Lösung allgemeiner nichtlinearer Systeme zeitabhängiger Differentialpartialgleichungen im Kontext nicht ideal magnetisierter Multifluid-Plasma-Ströme mit Wärmestrahlung. Erforscht werden neue Muster höherer Ordnung auf tetraedrischen Netzen, die auf eine eher allgemeine Problemklasse der allgemeinen Geometrie anwendbar sind und damit ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten in Wissenschaft und Technik eröffnen.
FAMINE - Families of Inequalities – Social and economic consequences of the changing workfamily equilibria in European Societies (478.494 € – 48 Monate)
Stefani Scherer 
Fakultät für Soziologie und Sozialforschung 
Das Projekt untersucht die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten der letzten Jahrzehnte, welche von den zahlreichen großen Veränderungen und Reformen auf dem Arbeitsmarkt, den Sozialsystemen und der Familienstruktur in Europa verursacht  wurden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf neuen familiären und beruflichen Ungleichheiten, d. h. auf Veränderungen im Arbeitsverhalten von Frauen, auf den Zusammenhängen zwischen weiblicher Beschäftigung und familienrelevanten Entscheidungen sowie auf der Fähigkeit verschiedener Familientypen, die gestiegenen sozialen Risiken, die sich aus den veränderten Marktbedingungen ergeben, auszugleichen und als Schutzmechanismen im Hinblick auf die Unsicherheitsbedingungen (ökonomische, berufliche und soziale) ihrer Mitglieder zu wirken. Eines der Hauptthemen ist die Rolle des Staates bei der Milderung der Folgen des institutionellen Wandels.
NeuroInt - How the brain codes the past to predict the future (978.678 € – 48 Monate)
Uri Hasson 

Interdisziplinäres Zentrum für Gehirn und Neurowissenschaften (CIMeC)

Das Projekt basiert auf dem Einsatz von Neuroimaging-Methoden zur Feststellung, wie die jüngste Vergangenheit vom menschlichen Gehirn kodiert wird und wie diese Kodierung zur Verarbeitung eingehender Informationen beiträgt.
Das grundlegende Prinzip, auf dem diese Forschung basiert, ist, dass die Fähigkeit, eine Darstellung der jüngsten Vergangenheit aufrechtzuerhalten, grundlegend ist, um interne Vorhersagen über den zukünftigen Zustand der Umwelt zu erstellen.
Warum können wir Vorhersagen treffen? 
MADVIS - Mapping the Deprived Visual System: Cracking function for prediction (917.289 € – 60 Monate)
Olivier Marie Claire Collignon 
Interdisziplinäres Zentrum für Gehirn und Neurowissenschaften (CIMeC) - (ab 1/1/2016 ist die Universite Catholique de Louvain Hostinstitution)
Das Hauptziel des Projekts besteht darin, einen Wendepunkt an zwei Fronten einzuleiten: Erstens zu Verstehen, wie sich visuelle Entbehrungen in verschiedenen sensiblen Entwicklungsphasen auf die funktionelle Organisation und Aktivität der Großhirnrinde auswirken und Zweitens das aus Punkt (1) resultierende, grundlegende Wissen zu nutzen, um das Ergebnis der Wiederherstellung der Sehkraft zu testen und vorherzusagen. Mit Hilfe eines bahnbrechenden, interdisziplinären Ansatzes, der kognitive Neurowissenschaften und Augenheilkunde integriert, wird das Projekt einen wesentlichen Beitrag zum besseren Verständnis leisten können, wie Erfahrungen in verschiedenen sensiblen Perioden die Reaktionseigenschaften bestimmter Hirnareale bestimmen. Um die Lücke zwischen intermodaler Reorganisation und Wiederherstellung der Sehkraft zu schließen, wird das Projekt die Grundlagen für eine neue Generation prädiktiver Forschung vor der Wiederherstellung der Sehkraft schaffen.

ERC Consolidator Grants

Forschungsprojekt im Bereich der Soziologie und der Geisteswissenschaften 

TRANSFER-LEARNING: Transfer Learning within and between brains  (1.999.998 € – 60 Monate)
Giorgio Coricelli  

Interdisziplinäres Zentrum für Gehirn und Neurowissenschaften (CIMeC)

Das Forschungsprojekt untersucht Lernprozesse in individuellen und sozialen Entscheidungskontexten. Hauptziel ist es, die neuronalen Grundlagen eines "Transfersignals" zu identifizieren, d. h. zu verstehen, wie das Gehirn Regeln und Prozesse erwirbt, die in anderen Entscheidungskontexten nützlich sind. Unsere Studien vergleichen verschiedene Lernmodi, wie z.B. den Unterschied zwischen Lernen durch Versuch und Irrtum ("learning by doing") und Lernen durch logisches Denken ("learning by thinking"). Im sozialen Umfeld untersuchen wir die neuronalen Grundlagen des Lernens durch Beobachtung des Verhaltens anderer ("learning by observation") und des Lernens durch Interaktion mit anderen Individuen. Die Hypothese ist, dass das Argumentationslernen und soziales Lernen eine wichtigere Rolle bei der Übertragung spielen und somit unsere Fähigkeit zur Anpassung an komplexe Zusammenhänge erleichtern. Darüber hinaus werden wir versuchen, individuelle Merkmale zu identifizieren, die den besten Transfer und die besten Formen der Sozialisation begünstigen.

ERC Advanced Grants

Sechs Forschungsprojekte: fünf als Hostinstitution: (eins im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften und vier im Bereich der Physik und Ingenieurwesen); ein Projekt als Partnerinstitution (im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften). 

PREMESOR - Predisposed mechanisms for social orienting: A comparative neuro-cognitive approach (2.367.922 € – 66 Monate)
Giorgio Vallortigara 

Interdisziplinäres Zentrum für Gehirn und Neurowissenschaften (CIMeC)

Das Projekt zielt auf die Entwicklung eines detaillierten Tiermodells der sozialen Veranlagung bei Wirbeltieren bzw. Hühnerküken ab. Die Ergebnisse werden mit ähnlichen Verhaltensmaßnahmen bei menschlichen Säuglingen in Verbindung gebracht und zwar einschließlich jener Fälle, in denen ein Autismusrisiko besteht und für die es kein allgemein anerkanntes Tiermodell gibt.
INSTABILITIES - Instabilities and nonlocal multiscale modelling of materials (2.379.359 € – 60 Monate)
Davide Bigoni 
Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwesen sowie Maschinenbau
Durch Analogien mit Modellen von Strukturen im Labor und durch die Lösung von Problemen der nichtlinearen Festkörpermechanik wird es möglich sein, künstliche Materialien zu entwerfen, die unter Flutterbedingungen arbeiten oder Mikrostrukturen mit Dehnungsgradienteneffekten aufweisen oder elastische Metamaterialien erzeugen. Letzteres kann z.B. flache Linseneffekte für elastische Wellen hervorheben, die negative Brechungs- und Superlinseneffekte zeigen und damit neue Perspektiven auf dem Gebiet der Material- und Strukturdynamik eröffnen.
QGBE - Quantum Gases Beyond Equilibrium (1.638.560 € – 60 Monate)
Sandro Stringari 
Fakultät für Physik
Die Forschung konzentriert sich auf die theoretische Untersuchung der Transporteigenschaften von Quantengasen bei extrem niedrigen Temperaturen, nahe dem absoluten Nullpunkt, mit besonderem Schwerpunkt auf den Auswirkungen der Quantenstatistik, der Suprafluidität und der Rolle von Wechselwirkungen.
Lucretius - Foundations for Software Evolution (2.462.095 € - 60 Monate)
Ioannis Mylopoulos 
Fakultät für Informations- und Kommunikationstechnologien
Das Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung einer theoretischen Basis von Konzepten, Werkzeugen und Techniken, die die Softwareentwicklung durch den Entwurf adaptiver Softwaresysteme unterstützen und erleichtern, welche in der Lage sind, sich automatisch als Reaktion auf unbefriedigende Ergebnisse zu entwickeln. In diesem Zusammenhang bedeutetn ‘Evolution’, dass das System die Umgebung kontrolliert, in der es arbeitet und sich selbst anpasst (z. B. sein Verhalten ändert), wenn seine Leistung die Erfüllung der Systemanforderungen nicht gewährleistet. Die Entwicklung der Software ist häufig auf die Einführung neuer Vorschriften zurückzuführen. Das Projekt zielt auch auf die Erforschung systematischer Techniken und Unterstützungsinstrumente ab, die die Anpassung an mögliche neue Gesetze gewährleisten. Ein dritter Schwerpunkt ist die Entwicklung neuer Modelle für Softwareanforderungen, die sich aus der Kombination regulatorischer, wirtschaftlicher und betrieblicher Ziele ergeben.
PERCEPTUAL AWARENESS - Perceptual Awareness in the Reorganizing Brain (563.636 € –-60 Monate)
Angelika Lingnau 

Interdisziplinäres Zentrum für Gehirn und Neurowissenschaften (CIMeC)  - Hostinstitution: Università degli Studi di Verona

Das Projekt untersucht die neuronale und kognitive Reorganisation der visuellen Funktion aufgrund einer einseitigen Läsion auf verschiedenen Ebenen des zentralen visuellen Systems, wie z.B. des optischen Traktes, der optischen Strahlung, des primären visuellen Cortex und der extra-gezahnten Sehbereiche. Es werden Verhaltensparadigmen im Zusammenhang mit fMRI-Untersuchungstechniken sowie ERP- und MEG-Aufnahmen verwendet. Das Ergebnis wird zur Entwicklung neuer Protokolle für die Rehabilitation des Sehvermögens führen, die auf Bildern basieren und individuell modelliert werden.
OMVac - Outer Membrane Vesicles (OMVs) from "Vaccinobacter": a Synthetic Biology approach for effective vaccines against infectious diseases and cancer (2.201.828 euro – 60 mesi)
Guido Grandi 
Zentrum für integrierte Biologie (CIBIO)
Das Projekt erforscht, wie durch die synthetische Biologie Vaccinobacter erzeugt werden kann - eine neue, hochwirksame Bakterienart für die Produktion von multivalenten Impfstoffen. Die Forschungsarbeiten stützen sich auf die Beobachtung, dass Membranvesikel (OMVs), die von allen gramnegativen Bakterien auf natürliche Weise produziert werden, fähig sind, die Immunantwort zu verstärken, welche bereits in Impfstoffen gegen Neisseria verwendet wird und die derzeit auch für den menschlichen Gebrauch verfügbar sind. Der OMV-Schutz wird durch pathogenassoziierte, molekulare Muster übertragen, die die Immunität stimulieren.

ERC Proof of Concept

Zwei Forschungsprojekte in den Fachbereichen Physik und Ingenieurwesen.

REPLICA 2 - Large-area replication of biological anti-adhesive nanosurfaces  (147.000 € – 12 Monate)
Nicola Pugno 
Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwesen sowie Maschinenbau
Schaffung von superhydrophoben und selbstreinigenden makroskopischen Oberflächen, die von der Topologie des Lotusblattes inspiriert sind.
KNOTOUGH - Super-tough knotted fibers (149.490 € – 12 Monate)
Nicola Pugno 
Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwesen sowie Maschinenbau
Schaffung von extra-zähen Fasern und makroskopischen Stoffen, die von Spinnenseide und Spinnennetzen inspiriert sind.