Die Universität Trient ist sehr daran interessiert, die angewandten Forschungaktivitäten aller Einrichtungen zu fördern, auch in Zusammenarbeit mit Unternehmen und anderen Institutionen. Zu diesem Zweck befürwortet sie die Patentierung von Forschungsergebnissen. Als Patentinhaberin fördert sie ebenfalls deren Vermarktung und wirtschaftliche Aufwertung. 

Die Nutzung von patentierten Erfindungen von anderen außer dem Patentinhaber ist für einen Zeitraum von höchstens 20 Jahren ab dem Tag der Einreichung der Patentanmeldung untersagt. Der Staat räumt dem Patentinhaber ein beschränktes Monopol ein. Der Patentschutz berechtigt dem Patenteingentümer die Herstellung, Verwendung, Vermarktung, den Verkauf und die Einfuhr des Produkts, auf das sich die Erfindung bezieht, zu verhindern.

Die Patentierung macht den Inhalt einer Erfindung öffentlich zugänglich und räumt dem Erfinder gleichzeitig ein ausschließliches Verwertungsrecht ein. Darüber hinaus wird die Interaktion mit der Industrie gefördert und damit der Grundstein für eine wirtschaftliche Verwertung der Forschungergebnisse bzw. der Erfindung gelegt.

Das italienische Recht sieht vor, dass eine Erfindung Gegenstand eines Patents sein kann, wenn sie folgende Kriterien erfüllt: Neuheit, Originalität oder erfinderische Tätigkeit, Industrietauglichkeit, Rechtmäßigkeit.

Die Eigentumsrechte an der patentierbaren Erfindung gehören nach Wahl des Gesetzgebers dem/der angestellten ForscherIn/ProfessorIn der Universität, es sei denn, die Forschung wurde von einer externen Stelle finanziert oder kofinanziert.

Um ein italienisches Patent zu erhalten, muss eine Anmeldung direkt beim" Ufficio Italiano Brevetti e Marchi" [italienischen Patent- und Markenamt] oder bei den zuständigen Ämtern der Handelskammern eingereicht werden. Seit dem 1. Juli 2008 ist das Europäische Patentamt (EPA) für die Suche nach der Anteriorität zuständig.

Die Einreichung eines Patents im Ausland oder die Ausdehnung des italienischen Patents im Ausland kann entweder auf nationaler Ebene (d. h. durch Einreichung einer Patentanmeldung für dieselbe Erfindung in jedem interessierenden Land) oder durch Anwendung einheitlicher Verfahren erfolgen, die durch internationale Übereinkommen geregelt sind, wie z. B. die folgenden:

  • Europäisches Patent: am Ende dieses einheitlichen europäischen Verfahrens zur Erteilung von Patenten erhält der Erfinder entsprechend viele Patente, wie er Staaten um das Schutzrecht beantragt hat. Ein erteiltes europäisches Patent tritt in jedem einzelnen bezeichneten Land in Kraft und gilt für das ganze Land.
  • International Patent Cooperation Treaty (PCT): Am Ende dieses einheitlichen internationalen Antragsverfahrens muss der Erfinder das Erteilungsverfahren in jedem benannten Staat fortsetzen. PCTs können verwendet werden, um eine internationale Vorprüfung zu beantragen und eine Stellungnahme zur Patentierbarkeit einzuholen, die jedoch für die nationalen Ämter, die über die Freigabe individuell entscheiden müssen, nicht bindend ist.