Es folgt ein kurzer Überblick über die Universitätsgebäude, in denen das Rektorat, die Fakultäten/Universitätszentren und andere Einrichtungen der Universität Trient untergebracht sind.

Palazzo Sardagna – Sitz des Rektorats

Die Büros des Rektorats und einiger Leitungsorgane der Universität befinden sich seit 2014 im Palazzo Sardagna, in der Via Calepina, 14. Der Palast ist ein Meisterwerk des Manierismus und des jüngsten Trentiner Barock.

Das Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert, eine Zeit, die dank der Schirmherrschaft des Fürstbischofs Bernardo Clesio als die goldene Zeit Trentinos gilt. Es sind keine Unterlagen vorhanden, die auf die ersten Besitzer des Palastes zurückführen. Unbekannt ist ebenfalls, wann genau die Arbeiten an dem Palazzo Sardagna angefangen haben. Fest steht nur die Zeit, in welcher Marcello Fogolino von 1535 bis 1540 zwei Räumlichkeiten im Erdgeschoss mit Fresken bemalte. Einige Umbauten, wie z.B. der Bau der Außenfassade, gehen auf das 17. Jahrhundert zurück. Strukturell gesehen entwickelte sich der Palast um einen großen zentralen Innenhof herum, welcher der größte unter den historischen Palästen der Stadt ist. Von außen, entlang der Eingangshalle, die mit heraldischen Wappen geschmückt ist, an deren Seiten die von Fogolino mit Fresken bemalten Räumlichkeiten gelegen sind, gelangt man in den Innenhof mit doppelter Arkadenordnung und langen Balkonen.

Palazzo Paolo Prodi - Sitz der Fakultät für Geisteswissenschaften 

Das Universitätsgebäude in der Via Tomaso Gar, 14 wurde im Juni 2012 eröffnet und ist Sitz der Fakultät für Geisteswissenschaften und des Universitätszentrums für internationale Studien. Es befindet sich in einer Übergangszone zwischen der Stadt, die von der Via Tommaso Gar abgrenzt wird, und einem derzeit neu zu definierenden städtischen Kontext, der durch einen weiten Bogen der Brenner-Bahntrasse gekennzeichnet ist.

Das Gebäude ist durch eine offene Struktur definiert, die in der Lage ist, die Umgebung zu verschönern, indem sie innovative Architekturelemente nutzt, die mit dem vorhandenen Kontext übereinstimmen. Was diese Architektur auszeichnet, sind die transparenten Elemente, durchsetzt mit Fassaden aus matten Gesteinen.

Das Gebäude erstreckt sich über eine Fläche von ca. 25.000 m2 und ist in fünf Stockwerke und drei Gebäude unterteilt, die sich mit einer Abfolge von zwei Innenhöfen abwechseln und durch Glasdächer geschützt sind, von denen einer doppelte Höhe und der andere volle Höhe hat, was einen echten Innenplatz darstellt. Das Gebäude verfügt über 32 Hörsäle, darunter 4 Computerräume und ein 330-sitziges neues Auditorium. Insgesamt stehen 2.500 Sitzplätze und 170 Computerarbeitsplätze zur Verfügung.

Der endgültige Plan wurde von der Unternehmensgruppe Ishimoto Architectural & Engineering Firm, Inc. mit Sitz in Tokio (leader), der Gruppe Ishimoto Europe S.r.l., Tekne S.p.a. und Corbellini S.r.l., alle drei mit Sitz in Mailand, umgesetzt. 

Das Gebäude der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

Das Universitätsgebäude in der Via Inama, 5, ist der Sitz der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Management.

Es wurde 1998 eingeweiht. Das Gebäude erstreckt sich von der Ecke zwischen Via Verdi und Via Inama mit einer Nettofläche von ca. 19.000 m2, verfügt über einen großen Garten von ca. 3.000 m2, in dem im Sommer Kultur- und Freizeitveranstaltungen zugunsten der Universitätsgemeinde oder der Stadt Trient stattfinden.

Hörsäle, Computer- und Multimediaräume verfügen über insgesamt 1900 Sitzplätze.

Das Gebäude wurde von Italposte S. p. A. in Zusammenarbeit mit der technischen Abteilung der Universität entworfen.

Das Gebäude der Fakultät für Rechtswissenschaften

In der Via Verdi, gegenüber dem Institut für Soziologie und Sozialforschung, befindet sich der Sitz der Fakultät für Rechtswissenschaften. Einst gab es hier eine große Anzahl von Gebäuden, die auf Beschluss des Eigentümers des Grundstücks, Ferdinand Wolf, abgerissen wurden, um dem heutigen Gebäude Platz zu schaffen. Von den 1940er bis 1980er Jahren wurde der Flügel des Palastes mit Blick auf die Via Rosmini zum Sitz verschiedener Tageszeitungen: "Il Brennero","Il Trentino","Liberazione Nazionale","Il Corriere Tridentino" und schließlich "l'Adige".

Während der Seitenflügel des Gebäudes, der sich an der Ecke zwischen Via Verdi und Via Don Arcangelo Rizzi befindet, der Sitz der "Scuola Sacro Cuore" ist, erwarb die Universität Trient Mitte der achtziger Jahre das Gebäude "ex Adige". 1986 begannen die Renovierungsarbeiten, die vom Architekten Mario Cademartori durchgeführt wurden und in den Jahren 1994-1997 nahm die Erweiterung der unterirdischen Räumlichkeiten Gestalt an, die vom Architekten Fulvio Osti entworfen wurden.

Der Bau des neuen Flügels an der Via Rosmini wurde im Oktober 2006 vom Architekten Mario Botta geleitet, derselbe Architekt, der auch den MART in Rovereto entworfen hat.

Der Neubau umfasst eine Fläche von rund 11.000 m2. Er verfügt über zahlreiche Hörsäle und Computerräume mit insgesamt 1.300 Arbeitsplätzen sowie einen großen Seminarraum (bestehend aus zwei Hörsälen) mit 320 Plätzen.

Das Gebäude der Fakultät für Soziologie und Soziale Forschung

Das Gebäude in der Via Verdi, 26, ist sowohl der Sitz der Fakultät für Soziologie und Sozialforschung als auch der historische Kern der Universität sowie der Schauplatz der Studentenproteste der sechziger Jahre. Das 1888 vom Architekten Carl Hinträger entworfene Gebäude war ursprünglich als Schulgebäude konzipiert. Neben diesem Zweck diente für etwa 40 Jahre das zweite Stockwerk als Sitz des Naturkundemuseums .

Nachdem das Gebäude in der Nachkriegszeit wegen umfangreicher Schäden durch Bombenangriffe restauriert wurde, wurde das Gebäude im folgenden Jahrzehnt zum Sitz der Fakultät für Soziologie. Im Laufe der Zeit wurden Änderungen und Restaurierungen vorgenommen, um das Gebäude für dessen Zweck besser auszustatten. Insbesondere bei der Restaurierung der inneren Räumlichkeiten des Gebäudes, die zwischen 2006 und 2009 vom Architekten Sergio Giovanazzi durchgeführt wurde, tauchten Umgrenzungsmauern aus der Römerzeit wieder auf, die durch einen vergitterten Glasboden sichtbar sind; ein Glas- und Stahldachfenster über dem zentralen Innenhof wurde ebenfalls geschaffen und der Dachboden mit Fachwerkbindern wurde wiederhergestellt. Im Vestibül befindet sich eine dekorative griechische Malerei, die ebenfalls restauriert wurde und heute sichtbar ist.  

Molino Vittoria (Verwaltungssitz)

Das Molino Vittoria befindet sich der Via Verdi,6 und ist Sitz der Universitätverwaltung.

Das Gebäude wurde zwischen 1911 und 1912 im Auftrag der Società Molino und der Panificio Trentino errichtet, die vom Rathaus von Trient die Genehmigung für den Bau eines Mühlengebäudes mit verschiedenen Silos in der Via Alessandro Vittoria, heute Via Giuseppe Verdi, erhielten. Der ursprüngliche Name des Gebäudes ist auf die historische Lage zurückzuführen.

Das Projekt wurde vom Trentiner Ingenieur Tommaso Stolcis unterzeichnet. Das Gebäude wurde mehrmals beschädigt: 1922 wurde es durch einen Brand zerstört und wiederaufgebaut. 1945 wurde es während des Zweiten Weltkrieges beschädigt und anschließend renoviert, indem man der ursprünglichen Struktur einen zusätzlichen Körper hinzufügte, der im östlichen Sektor platziert wurde und als Wohnung diente. Die Universität Trient erwarb das Grundstück 1989 vom damaligen Eigentümer des Nationalen Verbandes der landwirtschaftlichen Konsortien woraufhin im Jahr 2000 die Restaurierung begann. Die meisten Originalteile wie Fliesen, Treppen, Fenster, Fußböden und Schutzgeländer wurden restauriert und wiederverwendet, sodass das Gebäude heute ein hervorragendes Beispiel für Industriearchäologie ist.

Gebäude der Universitätsbibliothek in der Via Adalberto Libera

Das Gebäude in der Via Adalberto Libera im Stadtteil “Le Albere” ist der Sitz der BUC - die neue Bibliothekszentrale. Es wurde vom Architekten Renzo Piano entworfen und im November 2016 eingeweiht. Die Bibliothek befindet sich auf dem ehemaligen Michelin Industriegebiet.

Die neue Universitätsbibliothek gliedert sich in sieben Stockwerke, die sich auf vier Gebäuden verteilen. Das Gebäude zeichnet sich durch zwei große Haupthallen aus, die aus zwei Kuben bestehen, welche durch einen Gang verbunden sind, der eine große Lobby durchquert. Die meisten Bücher stehen in fünfzehn Räumen in offenen Regalen (d. h. direkt zugänglich für den Benutzer), die nach der Dewey-Dezimalklassifikation nach Fachbereich sortiert sind. Das Licht strömt von oben durch eine weite Öffnung, die die Helligkeitskontrolle ermöglicht.

Die BUC zeichnet sich von außen durch das Spiel der Volumen - leer und voll -, durch die Leichtigkeit der Architektur und ihre Leuchtkraft aus.

Campus Mesiano

Das Universitätsgebäude in der Via Mesiano, 77 ist der Sitz der Fakultät für Bau- und Umweltingenieurschaften sowie Machinenbau. Es wurde 1988 eingeweiht.

Der Gebäudekomplex, eingebettet in einen wunderschönen Park mit jahrhundertealten Pflanzen, besteht aus dem Hauptgebäude der Fakultät, das sich über eine Fläche von ca. 13.000 m2 erstreckt Desweiteren aus einem kleinen Gebäude namens "Casa Rosa" mit einer Gesamtfläche von ca. 600 m2, aus einem neuen Komplex von 4.500 m2, welche die "Labore" und weitere ergänzende Einrichtungen wie Bibliothek, Kantine und eine Tiefgarage mit 220 Parkplätzen beinhaltet.

Die Raumaufteilung ist sowohl funktional als auch räumlich fein gegliedert. Das Hauptgebäude verfügt über 2.300 Hörsäle, Computer- und Technikräume. In den Laboren stehen ca. 300 Arbeitsplätze zur Verfügung, darunter 250 Technologielabore.

Die Bibliothek verfügt über ca. 500 Sitzplätze, von denen die meisten mit modernster Computertechnik ausgestattet sind. Das endgültige Projekt ist auf den Architekten Gianleo Salvotti zurückzuführen.

Campus Povo Zero

Das Universitätsgebäude in der Via Sommarive, 14 im Vorort Povo ist der Sitz der Fakultät für Physik und Mathematik. Die Einweihung fand 1980 statt. Das Hauptgebäude umfasst eine Gesamtfläche von rund 11.000 m2 und verfügt über eine Grünfläche von rund 6.000 m2 sowie über einen Parkplatz mit 130 Stellplätzen. Auf der Nordseite des Hauptgebäudes befindet sich ein vorgefertigter Baukörper mit einer Gesamtfläche von 1.800 m2, der ausschließlich Hörsäle und Technologielabor beherbergt.

Das Gebäude ist auf höchstem Niveau für Lehre und Forschung ausgestattet und verfügt über mehr als 2.500 Arbeitsplätze in Hörsälen, Computer- und Chemielaboren. Das Projekt wurde teils von der technischen Abteilung der Universität und teils, für die Anlagenkonzeption, mit der Unterstützung von externen Technikern vollgebracht.

Ferrari Campus 1 und Ferrari Campus 2

Das Universitätgebäude in Via Sommarive, 5-9 im Stadtteil Povo ist der Sitz der Fakultät für Informatik und Naturwissenschaften, der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen und das Forschungszentrum CIBIO. Die Einweihung fand im Juni 2010 statt.

Es besteht aus zwei miteinander verbundenen Funktionsblöcken, Povo 1 und Povo 2.  Es hat eine Fläche von etwa 20.000 m2 für Hörsäle, didaktische Laboratorien und Forschungslabore sowie Gemeinschaftsräume für Studien- und Freizeitaktivitäten, Büros, Kantine, Bibliothek und Parkplätze.

Der endgültige Entwurf wurde von Ishimoto und seine Gruppierung (Architektur- und Ingenieurbüro, Inc. mit Hauptsitz in Tokio (leader), Ishimoto Europe S. r. l., Tekne S. p. a. und Corbellini S. r. l., alle mit Sitz in Mailand) ausgearbeitet.

Palazzo Piomarta

Das Universitätsgebäude in Corso Bettini, 84 in Rovereto ist der Sitz der Fakultät für Psychologie und Kognitivwissenschaften. Es wurde im Mai 2008 eingeweiht.

Das Gebäude hat eine Gesamtfläche von rund 6.000 m2. Es verfügt über ca. 1.200 Arbeitsplätze, die in Hörsäle, Computer- und Multimedialabore sowie Lesesäle unterteilt sind.

Das Auditorium (aula magna) bietet Platz für bis zu 150 Personen.

Das endgültige Projekt wurde von der Gruppe des Turrini Engineering Studios in Vicenza ausgearbeitet.

Palazzo Fedrigotti

Das Universitätsgebäude in der Corso Bettini, 31 in Rovereto ist der Sitz des CIMeC - Centro Interdipartimentale Mente e Cervello. Es wurde im Oktober 2004 eingeweiht.

Der Gebäudekomplex besteht aus dem Hauptgebäude und einem weiteren Gebäude mit der Bezeichnung "Dependance" mit insgesamt 7.500 m2, eingebettet in einer Grünfläche von besonderem ökologischem Wert. Auf rund 3.500 m2 verteilen sich Lehr- und Forschungslabore, Computer- und Multimediaräume sowie Konferenz- und Studienräume.

Das Abschlussprojekt wurde von der technischen Abteilung der Universität mit Unterstützung externer Fachkräfte für bau- und anlagentechnische Aspekte erstellt.

Mattarello-Komplex

Das Universitätsgebäude in der Via delle Regole, 101 in Mattarello (am südlichen Stadtrand von Trient) ist der Sitz der Forschungslabore BIOTECH, CIBIO und CIMeC. Es wurde 2005 eingeweiht.

Der Gebäudekomplex besteht aus dem Hauptgebäude, dem "ehemaligen Kloster", dem Gebäude "ex Maso" und dem "Technologieblock". Es erstreckt sich über eine Fläche von rund 6.500 m2, die größtenteils für Lehr- und Forschungslabore mit modernster Technologie genutzt werden.

Das Abschlussprojekt wurde von de technischen Abteilung der Universität mit Unterstützung externer Techniker für bau- und anlagentechnische Aspekte erstellt.